Početna Deutsch Islam allgemein Glaubensätze (Ömer Nasuhi Bilmen)
Glaubensätze (Ömer Nasuhi Bilmen) PDF Ispis E-mail

(Ein Kapitel aus dem Buch: FEINHEITEN ISLAMISCHEN GLAUBENS, Autor: Ömer Nasuhi Bilmen, Astec Verlag)


shahada

Inhaltsverzeichnis

01. Prinzipien wahrhafter Religion
02. Wesenszüge einer wahrhaften Religion

03. Vorteile einer wahrhaften Religion

04. Universalität der islamischen Religion und ihre Elemente

05. Eigenschaften des Glaubens und des Islam

06. Voraussetzungen des Islam und des Glaubens

07. Glaube an Gott und Seine Attribute

08. Zusammenfassung

 

Prinzipien wahrhafter Religion


Die wahrhafte Religion ist ein Gesetz Gottes und zugleich die heilige Zusammenführung mehrerer gesicherter Urteile. Dieses Gesetz leitet die Menschheit zum Guten. Solange die Menschen sich mit ihrem eigenen Willen den Bestim­mungen dieses Gesetzes unterwerfen und ergeben, befinden sie sich auf dem richtigen Pfad und sind recht geleitet. So erlangen sie sowohl im Diesseits als auch im Jenseits Glückseligkeit und Wohlbefinden.

Religionen kann man in drei Kategorien einteilen:

1. Die erste Kategorie umfasst die wahrhaften Religionen. Diese Religionen entsprechen der oben angegebenen Defini­tion, da sie von Gott stammen und den Menschen durch Pro­pheten übermittelt worden sind. Man bezeichnet sie auch als himmlische oder göttliche Religionen.

Alle himmlischen Religionen entspringen ein und derselben Quelle und sind an und für sich wesensgleich, bis auf einige Unterschiede hinsichtlich der Ri­tuale beim Gebet und der juristischen Bestimmungen.

Alle Religionen, die von Adam bis Jesus durch hochverehrte Propheten an die Menschheit übermittelt worden sind, beruhen auf denselben Glaubenssätzen und dem Prinzip des Glaubens an denselben Gott. Manche von ihnen wurden aber verzerrt, und die Originalität ging verloren. Gott sandte Muhammad als Propheten an die ganze Menschheit. Durch ihn schenkte Gott der Menschheit die allerletzte und vollkommenste aller wahrhaften Religionen. So ist die isla­mische Religion diejenige Religion, die bis zum Jüngsten Tag als wahrhafte Religion fortbestehen wird.

2. Die zweite Kategorie umfasst jene Religionen, die Ihre Ori­ginalität eingebüßt haben und entstellt wurden. Wie wir o­ben bereits erwähnt haben, waren diese Religionen ursprüng­lich wahrhafte Religionen, die aber infolge dieser Entstellung ihren himmlischen Wesenszug verloren haben.

3. Diese Kategorie enthält alle nicht himmlischen Religio­nen. Diese Religionen haben nie etwas mit einer wahrhaften Religion zu tun gehabt und bestehen aus zahlreichen Irrlehren diverser Nationen. Obwohl sie manch rationale und gescheite Bestimmung enthalten, fehlt Ihnen jegliche himmlische Würde und der heilige Aspekt. Religionen, die auf der Verehrung des Feuers, der Sterne und mancher Idole beruhen, sind in dieser Kategorie einzustufen.

 

Wesenszüge einer wahrhaften Religion


Die bestimmenden Wesenszüge und Eigenschaften einer wahrhaften Religion, durch die sie sich von anderen Religionen unterscheidet, sind mannigfaltig. Zusammenfassend können wir behaupten, dass eine wahrhafte Religion den Menschen die Existenz Gottes mitteilt und ihnen vorschreibt, nur Ihn zu verehren. Sie gibt ihnen Aufschluss über die Tatsache, dass es keinen Schöpfer außer Gott gibt. Sie erwartet die Verehrung aller Propheten und aller himmli­schen Bücher, ohne Unterschied zwischen ihnen zu machen. Auf ein ewiges Leben im Jenseits wird hingewiesen. Alle Menschen werden einer gemeinsa­men Ordnung unterworfen und einer himmlischen Bruderschaft anvertraut. Der einzige Unterschied zwischen den Menschen vor Gott besteht im Glauben und im guten Charakter. So gewährleistet die wahrhafte Religion allen Men­schen Errettung und Glückseligkeit.

Die einzige Religion, die all diese Wesenszüge in sich vereint, ist die islami­sche Religion, die heute besteht und bis zum Jüngsten Tag fortbestehen wird.

 

Vorteile einer wahrhaften Religion


Die Vorteile einer wahrhaften Religion sind sehr zahlreich und lebenswichtig. Die Vorteile und das Glück, das die Menschen durch eine derartige Religion erhalten, sind nicht durch das menschliche Vorstellungsvermögen eines einfa­chen Schriftstellers zu beschreiben. Es genügt einfach zu erwähnen, dass der Mensch dadurch erfährt, wozu er erschaffen worden ist und seinen heiligen Herrn kennen lernt, Der ihn erzieht und zu diversen Errungenschaften ver­hilft. So glaubt der Mensch an die auserwählten Propheten und versucht durch die schönen Eigenschaften dieser Propheten sein eigenes Leben zu er­hellen. Dadurch führt der Mensch ein menschenwürdigeres Leben und er­langt nach seinem Tode das ewige Glück.

Eines dürfen wir noch erwähnen, nämlich dass die wahrhafte Religion dem Menschen Kraft gibt, ihn für das Alltagsleben wappnet und an seinen kum­mervollen Tagen tröstet. Demgemäß ist auch das zukünftige Leben des Men­schen gesichert.

Wenn wir gründlich nachdenken, stellen wir fest, dass der Mensch ein einfa­ches Lebewesen unter vielen ist. Seine Größe entspricht im Vergleich nicht einmal einem Staubkörnchen, dennoch plagt er sich mit verschiedenen Sor­gen, denen er ganz einfach ausgeliefert ist. Letztendlich verstirbt er wie eine Blume und büßt seine gesamte irdische Existenz ein. Bestünde unser Dasein allein aus diesem vergänglichen Leben, wäre der Mensch wirklich eine armse­lige und bemitleidenswerte Kreatur.

Dieses materielle und vergängliche Leben bietet keine Grundlage für ein Glück, bei welchem die Menschen wirklich wahres Glück empfinden, denn solange sie sich an der wahrhaften Religion festklammern, erlangen sie seeli­sche Glückseligkeit, was als Vorbereitung auf das ewige Glück zu deuten ist. Das Enden dieses vergänglichen Lebens soll ihnen keine Sorgen bereiten, denn ein derartiger Mensch ist sich der Tatsache bewusst, dass der Ewige ihn in Seine Obhut nehmen wird. So ist der Mensch fest davon überzeugt, dass er durch das unvergängliche Leben das ewige Glück erlangen wird.

Dies jedoch ist nur ein Bruchteil der Vorteile, die eine wahrhafte Religion der Menschheit bietet.

Nur durch eine derartige Religion kann der Mensch seine Lebensweise auf Be­scheidenheit ausrichten, seinem Schöpfer mit Freude dienen und auf die Anrechte seiner Mitbürger Rücksicht nehmen. So ist der Mensch gewillt, seine Glaubensgeschwister und alle Mitmenschen auf den richtigen Pfad zu leiten, um mit dem ewigen Paradies belohnt zu werden. Dadurch entwickelt er sich zu einem wichtigen Organ in der Gesellschaft.

Fazit: Nur die wahrhafte Religion kann der Menschheit diese hohe Gesinnung mitteilen und ihnen diese schöne Lebensweise vermitteln.

 

Universalität der islamischen Religion und ihre Elemente


Die islamische Religion ist die allerletzte und vollkommenste unter den wahrhaften Religionen. Diese heilige Religion ist nicht für eine Nation oder ein Zeitalter bestimmt. Sie ist die dem Wesen nach natürlichste Religion Gottes, die bis zum Jüngsten Tag fortbestehen wird und der Veranlagung und der Le­bensweise verschiedenster Menschengruppen entspricht. Diese heilige Religion ist ein Weg zur Errettung und zum Heil und eine Quelle des Glücks, denn sie ist diejenige Religion, mit der sich Gott zufrieden gibt. Gott spricht: „Die Religion bei Gott ist der Islam. " [Alu Imran, 19]

Vor dem Islam war die Welt von den Finsternissen der Unwissenheit bedeckt. Wahrhafte Religionen waren erloschen, das Licht der himmlischen Weisheit war untergegangen, und der gesamte Horizont hatte sich verfinstert. Einige Menschen gaben sich ihren Begierden hin, andere hingegen wurden versklavt. Die Bewohner der Arabischen Halbinsel waren besonders davon betroffen und von Unwissenheit umgeben. Menschen verehrten Götzen, die sie selbst her­gestellt hatten, und schämten sich für diese Untaten. Neugeborene Mädchen wurden lebendig begraben, ohne dass die Täter Mitleid mit ihnen hatten. Sie unterwarfen sich der Gewaltherrschaft anderer Nationen und unternahmen nichts dagegen. Zusammenfassend waren sie bar jeglichen richtigen Glau­bens, sittlicher Moral, guter Taten und edler Gesinnung.

Durch die islamische Religion wurden verschiedenste Orte auf der Erde er­hellt. Die Menschheit erhörte Begriffe wie Recht, Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Götzenanbeter, die sich auch vor Menschen niederzu­werfen pflegten, verehrten nunmehr Gott. Die allgemeine Gesinnung besserte sich, und allerorts erklangen die schönsten Namen Gottes. Man begann nun, die Werke des Schöpfers zur Kenntnis zu nehmen und Sein Licht wahrzuneh­men.

So bewirkte die islamische Religion eine wahrhafte Zivilisierung, eine nützliche Entwicklung und eine erfreuliche, friedliche Revolution in Eintracht. Die Menschheit kann sich durch die Annahme dieser heiligen Religion nur zum Besseren entwickeln.

 

Eigenschaften des Glaubens und des Islam


Glaube heißt lexikografisch, an etwas Bestimmtes zu glauben und diese Tat­sache zu bejahen, oder auch zu beurteilen, ob eine Angelegenheit so oder so ist.

Im religiösen Sinne steht Glaube für die Annahme der Religion Gottes von ganzem Herzen und das Bestätigen der Tatsachen wiederum von ganzem Her­zen, die der Gesandte Gottes uns überbracht hat.

Obwohl der Glaube im Prinzip durch die Anerkennung im Herzen in Kraft tritt, sollte man diese Annahme eigentlich auch verbal zum Ausdruck bringen und das Glaubensbekenntnis, die Schahāda, aussprechen. Denn falls ein Mensch, der den Glauben mit seinem Herzen annimmt, diese Tatsache nicht offen zum Ausdruck bringt, können die anderen Menschen seinen Glauben nicht beur­teilen und nicht erfahren, dass er sich zu Islam bekennt.

Die Annahme des Islam im Herzen und die verbale Äußerung derselbigen las­sen sich mit guten Taten wie Beten und Fasten ergänzen, zumal wir dazu ver­pflichtet sind. Diese Taten stärken den Glauben und erhellen sein Licht. Sie ersparen dem Menschen verschiedene Qualen und verhelfen ihm zu Wohlwol­len und Großzügigkeit.

Das Wort „Islam" heißt lexikografisch „Hingabe", „Fügsamkeit" und „Unter­würfigkeit". Aus religiöser Ansicht bedeutet Islam die Hingabe zu Gott und Seinen Propheten, die Akzeptanz der Dinge, die Er im Zusammenhang mit der Religion an uns weitergegeben hat, die Aussprache und Annahme dieses Be­kenntnisses. Der Islam ist zugleich auch anderen Religionen gleichzusetzen.

Es besteht kein Unterschied zwischen einer wahrhaften Religion und dem Is­lam. Jede wahrhafte Religion ist dem Islam gleichzusetzen. Umgekehrt lässt sich auch der Islam jeder wahrhaften Religion gleichsetzen.

Diese Religion lässt sich außerdem auch mit Begriffen wie „Scharia", „Islam" und „islamische Konfession" bezeichnen. Das Wort „Islam" wird auch manchmal benutzt, um gute Taten oder den Glauben selbst zu umschreiben. Das Wort „Scharia" indes wird eher verwendet, um Betrituale und zwischen­menschliche Beziehungen und diesbezügliche Urteile zusammenzufassen.

 

Voraussetzungen des Islam und des Glaubens


Die islamische Religion beinhaltet den Glauben an Gott, Seine Engel, Bücher und Propheten, an den Jüngsten Tag und an die Vorbestimmung und das Schicksal. Die Kenntnis dieser Tatsachen und die Überzeugung davon sind Voraussetzung für den Glauben. In diesem Sinne bezeichnet man sie als die „sechs Voraussetzungen für den Glauben". Diese sind fundierte Vorausset­zungen und werden deshalb auch als Grundprinzipien bezeichnet, an die man unbedingt glauben muss. Jeder Muslim ist verpflichtet, daran zu glauben. So­lange man sie nicht anerkennt, tritt der Zustand des Glaubens nicht ein. Das Leugnen eines dieser Prinzipien schließt den Betroffenen aus dem Kreis der Religion aus.

Diesen Glauben tun wir durch das Bittgebet „ Āmantu billāhi... " kund. Wir bezeugen dies und bekennen uns zu diesen Prinzipien. Jeder, der dieses Bittgebet zitiert, erklärt:

„Ich glaube an Gott, an Seine Engen,

Bücher und Propheten, an den jüngsten Tag

und an die Vorbestimmung

und das Schicksal (dass altes Gute und Böse von Gott erschaffen wird).

Die Auferstehung nach dem Tode

und Versammlung nach der Erweckung

(wo man zur Rechenschaft gezogen wird)

ist eine Tatsache und wahr.

Ich bezeuge, dass kein Gott außer Gott existiert

und dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist. "

 

Die Fundamente des Islam sind fünf an der Zahl. Eine Aussage (Hadith) unse­res Propheten besagt:

„Die islamische Religion basiert auf fünf Prinzipien:

Zitieren des Glaubensbekenntnisses (Ašhadu an lā ilāha illa-llāh wa ašhadu anna Muhammadan Resūllullāh),

Gebet, Entrichten der Almosensteuer, Fasten im Monat Ramadan und Pilgern. "

Dies sind die fünf Grundpfeiler des Islam. Wer diese Prinzipien einhält, er­hält den Grad und die Ehre, ein Muslim zu sein.

(Ašhadu an lā ilāha illa-llāh wa ašhadu anna Muhammadan abduhu wa Rasūluh),

„Ich bezeuge, dass kein Gott außer Gott existiert und dass Muhammad Sein Diener und sein Gesandter ist. "

Diese Worte werden mit dem Begriff „Kalimat aš-Šahāda" bezeichnet. Die kür­zere Formel, nämlich

„lā ilāha illa-llāh Muhammadu-rrasūllullāh "

dagegen bezeichnet man als „Kalimat at-Tauhid". Diese heiligen Bekenntnisse sind öfters zu rezitieren.

 

Glaube an Gott und Seine Attribute


Wie zuvor erwähnt, setzt der Glaube sechs Bedingungen voraus, die seine Ba­sis bilden. Die erste davon ist der Glaube an Gott. Das heißt, Gott ist der ewi­ge Schöpfer. Dieses hohe Wesen ist ohnegleichen und mit allen vollkommenen Attributen ausgestattet, frei von jeglichen Schwächen. Er hat alles aus dem Nichts erschaffen. Nichts ist Ihm an Macht und Größe ebenbürtig. Er ist Der­jenige, Der unzählige Dimensionen, die wir wahrnehmen können oder auch nicht, erschaffen hat und fortbestehen lässt.

Gott besitzt unter anderem auch Attribute wie

  • Rahmān (der Allbarmherzige),
  • Rahīm (der Gnädige),
  • Chālik (der Erschaffer),
  • Razzāq (der Versorger),
  • Hakim (der Weise),
  • Rabb (der Herr),
  • 'Aziz (der Unbezwingbare),
  • Ghaffār (der Allverzeihende),
  • Tawwāb (der Allvergebende),
  • Haqq (die Wahrheit)

und zahllose weitere Attribute.

Vor allem das Attribut Wuğūd (die Existenz) ist zu betonen. Seine weiteren Att­ribute lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe besteht aus den Attributen, die als „negativ" bezeichnet werden, wie

  • Qidam (seit ewig existent),
  • Baqa' (für ewig existent),
  • Muchālifun lil-hawādith (den erschaffenen Dingen entgegengesetzt) und
  • Wahdāniyya (die Einzigartigkeit).

Sie sind insgesamt fünf an der Zahl. Andere Attribute sind feste Attribute wie

  • Hayāt (Leben),
  • 'Ilm (Wissen),
  • Irāda (Willen),
  • Qudra (Fähigkeit),
  • Samī (der Hörende),
  • Bassar (der Sehende),
  • Kalām (das Wort) und
  • Takwīn (die Erschaffung)

Sie sind insgesamt acht an der Zahl. All diese Attribute werden zusammen als Vollkommenheits-Attribute bezeichnet.

So glauben wir an Gott, Der mit all diesen vollkommenen und erhabenen Ei­genschaften ausgestattet ist, die wir im Folgenden näher untersuchen möch­ten.


Wuğūd

Wuğūd bezeichnet die Existenz Gottes. Die Existenz Gottes ist gerechtfertigt. Ihm steht die größte Existenz zu. Seine Existenz ist im Gegensatz zu Seinen Geschöpfen ganz offenkundig und klar, denn ohne Gott könnte etwas anderes überhaupt nicht existieren. Unsere Existenz oder die irgendeines anderen Le­bewesens ist ein Zeugnis für die Existenz Gottes.

Wir sind der Tatsache kundig, dass nichts in dieser Welt aus sich selbst her­aus existieren kann. Keine Kreatur kann von selbst entstehen oder von selbst zugrunde gehen. Anders ausgedrückt: Nichts kann von der Phase des Nichtseins in die Phase des Seins übergehen. Der umgekehrte Fall trifft eben­so zu. Auch kann kein Geschöpf irgendein Atom zur Existenz verhelfen oder umgekehrt, sein Dasein beenden. Mit der Welt, in der wir leben, sind zahlreiche weitere Universen erschaffen worden und werden weiterhin erschaffen. Einige Lebewesen hingegen sind einfach ausgestorben.

Demzufolge kann man die Existenz eines mächtigen und weisen Schöpfers, Der alles aus dem Nichts erschaffen hat und später wieder ausrottet, kei­neswegs bezweifeln.

Für die Existenz Gottes werden in den theologischen und philosophischen Schriften verschiedenste Begründungen zitiert. Darauf sind wir in unserem Buch Muwazzah Ilm-i Kelam bereits ausführlich eingegangen. An dieser Stelle möchten wir den 190. Vers der Sure Āl Imrān zitieren:

„In der Erschaffung der Himmel und der Erde und dem Wechsel der Nacht und des Tages liegen Für wahr Zeichen für Leute mit Verstand.“

Einsen Koranvers zu rezitieren und darüber nachzudenken ist sehr auf­nchlussreich. Wenn man über diesen Vers gründlich nachsinnt, ergeben sich zahlreiche Beweismittel für die Existenz Gottes und Seiner Macht und Stärke. Nur diejenigen, die das wissen, was von Wissenschaften wie Astronomie, Kos­mographie, Biologie, Chemie, Psychologie und Anatomie vermittelt wird, kön­nen den Sinn dieses Verses ergründen. Jeder vernünftige Mensch ist deshalb angehalten, die Existenz Gottes zu akzeptieren.

Der oben zitierte Koranvers erläutert diesen Umstand. Der darauf folgende Vers charakterisiert jene Menschen, die über wahrhaftigen Verstand und rich­tiges Wissen verfügen.

Diese Verse bringen zum Ausdruck, welch großer Wert der Islam auf die Ver­nunft und das richtige Denken legt. In einer Überlieferung sagte Gottes Ge­sandter, dass es kein dem Nachdenken gleichgestelltes Betritual gibt:

„Es gibt keinen Gottesdienst wie den des Denkens."

Die islamische Religion betont den Verstand und das Denken, zumal sie selbst mit Vernunft und Weisheit vollkommen konform geht. Kritik und kritisches Nachdenken bestätigen nur ihre rechten Maßstäbe. Der Islam ist eine Religion für Leute, die nachdenken.

Als gescheit kann man diejenigen Menschen bezeichnen, die über Himmel und Erde, Tag und Nacht und den Glanz jener Sterne nachsinnen, die tausendfach größer sind als unsere Sonne und verschiedene leblose und lebende Substan­zen beherbergen. Derartiges Nachsinnen gefolgt von Einsicht bewirkt letztend­lich die Annahme der Macht und Gewaltigkeit Gottes, Der diesem Universum Maß und Regelmäßigkeit verleiht. Daraus folgt die Hingabe zu Gott aus frei­em Willen.

Für einen einsichtigen Menschen mit Vernunft genügt es, sich neben jenen makroskopischen Einheiten auch die Mikroben, die trotz ihrer unvorstellbaren Winzigkeit ihre Funktion ausüben, oder Atome, die ein riesiges Potenzial dar­stellen, vorzustellen, um die Macht und Gewalt Gottes zu bestätigen.

Ist es möglich, dass diese schönen und wunderbaren Kreaturen, die einer her­vorragenden Ordnung und Regelmäßigkeit unterliegen, einem Zufall ent­sprungen sind? Kann man sich überhaupt vorstellen, dass sie aus einer ima­ginären Naturgewalt bar jeder Weisheit und Kenntnis hervorgegangen sind? Kein vernünftiger Mensch kann einen derartigen Schluss ziehen.

Wir möchten nochmals die Tatsache wiederholen, dass es genügt, über zuvor zitierten Koranvers nachzudenken, um die Existenz und Macht Gottes anzu­erkennen und zu bestätigen. In diesem Sinne sagte unser Prophet:

„Wie schade um jemanden, der diesen Vers gelesen hat,

aber nicht darüber nachdenkt. "


Qadīm

Qadīm bedeutet Ewigkeit ohne Anfang. Ewigkeit ohne Anfang bezeichnet man als Qadīm. Umgekehrt ist hādith (wörtl. Ereignis) etwas, was im Nachhi­nein erschaffen wurde. Gott ist auch mit diesem Attribut versehen, denn Gott ist ewig, qadim. Seine Existenz hat keinen Anfang. Es hat keinen Zeitpunkt ohne Seine Existenz gegeben. Für Ihn sind Millionen Jahre einer Sekunde gleichzusetzen. Die Universen, die vielleicht sei mehreren Milliarden Jahren bestehen, sind im Vergleich zu Gottes Existenz so jung, als seien sie vor ein paar Sekunden erschaffen worden.

Gott ist qadim, denn etwas, was im Nachhinein erschaffen wurde, kann nicht Gott sein. Alles außer Gott ist hādith, d. h. neu erschaffen. Sie sind der All­macht Gottes entsprungen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Erschaffe­nen nicht die Attribute tragen, die nur dem Schöpfer zustehen. Seine ewige Existenz sucht ihresgleichen, denn die Universen sind im Nachhinein er­schaffen worden.


Baqā'


Baqā' bedeutet Ewigkeit ohne Ende. Existenzen mit Ende bezeichnet man als „fāni" (vergänglich), und Existenzen ohne Ende bezeichnet man als „bāqi „ (fortbleibend).

Gott trägt das Attribut „Baqā'", denn Er ist ewig und unvergänglich, Seine E­xistenz besitzt kein Ende. Ein Ende Seiner Existenz wäre einfach unvorstell­bar. Alle Kreaturen, die im Nachhinein ins Leben gerufen wurden, entspringen Gottes Macht. So gehen sie wiederum mit Gottes Macht zugrunde oder erleben diverse Modifikationen. Gott ist unvergänglich und frei von jedweder Modifikation und Existenzlosigkeit, denn Er ist kein erschaffenes Produkt eines an deren Wesens, das Ihn außer Kraft setzen oder modifizieren könnte. Umgekehrt sind alle Lebewesen Produkte Seines Könnens. Alles ist der Nicht Existenz unterworfen, aber die Existenz des großen und wohltätigen Gottes ist bleibend und von Dauerhaftigkeit.


Muchālifun lil-Hawādith


Muchālifun lil-Hawādith ist ein Attribut, dass die Verschiedenartigkeit aller Dinge betont, die im Nachhinein erschaffen wurden. Gott unterscheidet Sich von alledem, was im Nachhinein erschaffen worden ist, denn Er ähnelt nicht einer Sache, die Er selbst erschaffen hat. Er hebt Sich von allen Geschöpfen ab. Alles, was man sich über Gott denken kann, unterscheidet sich von Sei­nem eigentlichen Wesen.

Alle Dinge, die Gott erschaffen hat (mukawwan) und erschaffen kann (mum­kin), sind veränderlich, transformieren sich, können einander ähnlich sein lind vergehen letzten Endes. Kein einziges Lebewesen enthält irgendein Attri­but im Sinne eines Schöpfers oder Herrn. Ist es überhaupt möglich, dass ein Geschöpf, das erschaffen wird und der Vergänglichkeit unterworfen ist, dem Schöpfer gleich oder ähnlich sei? Kann man irgendein Wesen, das erschaffen wird, dem ewigen und weisen Gott gleichstellen? Menschen mit derartigen verkehrten Behauptungen erdreisten sich, ihr sterbliches Wesen einem Schöpfer­ gleichzustellen und Gottes Existenz auf das Niveau ihres wertlosen Daseins zu herabzusetzen.

Menschen und andere Lebewesen haben verschiedene Abhängigkeiten und Bedürfnisse wie Zeit und Raum, Essen und Trinken, Spazierengehen, gebären und geboren werden und vieles mehr. Gott ist frei von allen Bedürfnissen. Er verfügt über den Himmelsthron und verschiedenen Universen wie sieben verschiedene Himmelsstufen. Er benötigt sie jedoch nicht, denn Er war bereits existent, als sie noch nicht da waren.

Ein Mensch, der bedürftig ist und mit den Eigenschaften eines Sterblichen ausgestattet ist, kann kein Schöpfer sein. Unsere erhabene Religion schont uns solch abwegigen Gedanken und Vorstellungen. (Gott ist nichts ähnlich, und Er hört und sieht alles, was vor sich geht.)


Qiyām bi-Zātihi


Diese Eigenschaft betont, dass die Existenz und der Fortbestand Gottes nur auf sich hingewiesen ist, wobei auch diese Eigenschaft allein Gott zusteht. Sie seit der Ewigkeit bestehende und bis zur Ewigkeit andauernde Existenz Gottes schöpft aus sich selbst. Seine eigene Existenz ist Seiner Heiligen Per­son, weshalb man ihn als „Wağibul-Wuğud" bezeichnet. Seine Existenz braucht niemand anderen, der Ihn zum Leben aufruft. Falls irgendeine Krea­tur Allah erschaffen hätte, wäre er Allah. Aus diesem Grund ist die Frage, wer Allah erschaffen hat. Einfach nicht zugelassen, denn Er besteht von sich selbst aus. Ohne Ihn wäre weder das Universum, noch etwas anderes existent. Ohne Anerkennung dieser Tatsache kann man nicht das Universum erklären, in dem wir leben. Alles, was außer Allah existiert darf existieren, aber auch zunichte werden und braucht deshalb einen Schöpfer.


Wahdāniyya


Wahdāniyya betont Eigenschaften wie Einheit, Alleinigkeit, Unāhnlichkeit und Freiheit von Vermehrung, Zerstückelung und Verminderung. Jemand, der mit diesem Attribut ausgestattet ist, wird als wahīd (einzigartig) bezeichnet und ist frei von der Zerstückelung seiner Elemente oder der Hinzufügung von Unterelementen. Auch dieses Attribut steht dem erhabenen Gott zu. So meint man, dass Gottes Eigenschaften in Seinem Wesen, Seiner Schöpfertätigkeit und Anbetungswürdigkeit einheitlich sind. Er ist frei von Teilhabern oder Ähn­lichem. Ihn suchen nicht Zustände wie Vermehrung oder Verminderung, Ein­teilung nach Elementen oder Zusammenführung mit anderem heim.

Gott ist in Seinem Dasein einheitlich. Egal, wie er es sich vorstellen mag, kann ein einsichtiger und weiser Mensch an keinen Schöpfer außer Gott glauben. Er kann keinen anderen Schöpfer oder Herrn annehmen. Es ist eine bewie­sene Tatsache, dass nicht zwei oder sogar mehr Schöpfer existieren können. Das Universum, das wir zu sehen bekommen, seine Beständigkeit und Regelmäßigkeit, sind Zeichen für die Einheit Gottes.

So wie die Göttlichkeit (ulūhiyya), Anbetungswürdigkeit und das Wesen Gottes einheitlich sind, ist auch seine Schöpfertätigkeit einheitlich. Gott ist der Schöpfer, Der alle Kreaturen erschafft, die Seiner Schöpfertätigkeit und der Zerstörung unterworfen sind und deshalb auch als „mumkin " (möglich) be­zeichnet werden. Es gibt keinen Schöpfer außer Ihm. Ein Wesen, das nicht in der Lage ist, das Mögliche zu erschaffen und zu unterhalten bzw. zu zerstören, kann nicht Gott sein. So darf man sich keinen zweiten Herrn vorstellen, denn wenn man annimmt, dass zwei Herren existieren, muss der eine in der Lage sein, das Mögliche zu erschaffen, und der andere wäre überflüssig. Gott kann nicht überflüssig oder umgekehrt, unfähig sein. So hegt ein vernünftiger Mensch keinen Zweifel daran, dass nichts dem Wesen und den Attributen Gottes Ebenbürtiges existiert. Nationen, die an mehr als einen Schöpfer glau­ben, sind Sklaven eines Glaubens, der sich Vernunft und Weisheit widersetzt.


Hayāt


Hayāt bedeutet Lebendigkeit. Gott ist auch mit diesem Attribut ausgestattet, das aber nur Ihm zusteht. Als Voraussetzung für Seine anderen Attribute wie 'llm, Irāda und Qudra verfügt Gott auch über dieses Attribut. Ein Lebewesen ohne Lebendigkeit wäre nicht in der Lage, etwas zu wissen, sich etwas zu wünschen und dies in Kraft zu setzen. Dies wäre aber ein großes Manko für einen Schöpfer.

Ein Wesen, dem diese Eigenschaften fehlen, wäre nicht in der Lage, etwas von sich selbst aus zu erschaffen, geschweige denn Kreaturen, die über unvoll­kommenes Wissen, Denken, Wünschen und Können verfügen, denn kein Werk kann Eigenschaften tragen, die seinem Erschaffer fehlen. So kann ein unbe­wusstes Wesen wie die Natur, ohne Wissen, Wünschen und Können, kein Schöpfer sein, denn ihre Existenz ist den Objekten unterworfen. Eine derartige Existenz kann nicht Erfinder von Millionen Kreaturen mit Wissen, Wünschen und Können sein.

Zusammenfassend können wir sagen, dass Gott auch mit dem Attribut „Hayy" (lebendig) ausgestattet ist. Er ist Hayy-ul-Qayyūm, d. h. der aus Sich selbst Lebendige und alles Lebendige am Leben Haltende.


Ilm

'llm: bedeutet Wissen und Begreifen. Gott ist auch Inhaber dieses Attributs. Sein Wissen ist unbegrenzt und einfach, wie das Wissen Seiner Kreaturen, und umfasst das ganze Universum. Gott weiß alles. Nichts ist außerhalb Seines Wissens. Kein Wesen kann seine Gedanken oder sein Verhalten vor Gott verheimlichen, denn ein Wesen, das nicht des Weltalls kundig ist, kann hiebt Gott sein. Ein solches Wesen ist nicht imstande, diese schönen und wunderbaren Objekte zu erschaffen bzw. zu verwalten.

Ein Mensch, der nach gründlichem Nachdenken zu dem Schluss gelangt, dass Gott Über alles Bescheid weiß, ist sich seiner Taten bewusst und orientiert sein Verhalten und seine Worte an dieser Tatsache. Er benutzt keine schlech­ten Worte und denkt sich nichts Übles, stört nicht andere und tut nichts Verbotenes, wo niemand ihn sieht, denn er ist fest davon überzeugt, dass Gott ihn sieht.


Irāda


Irāda bezeichnet die Eigenschaft, etwas zu wollen und sich zu etwas zu ent­schließen. Gott ist auch mit diesem Attribut ausgezeichnet. Sein Wollen und Wünschen sind ewig. Gott wünscht sich Lebewesen mit diesem Irāda-Attribut, gemäß einer vorgesehenen Weisheit, und Sein Wille geschieht. Solange Er es sich nicht wünscht, kann nie etwas zustande kommen. Nichts geschieht bzw. vergeht von selbst. Alles geschieht mit Seinem Willen und vergeht wieder, falls Er es wünscht.

Gott hat das ganze Universum im Sinne Seines ewigen Wunsches erschaffen. Die Tatsache, dass die gleichen Lebewesen Millionen verschiedene Arten und Gattungen aufweisen und verschiedene Eigenschaften besitzen, und insbe­sondere die Tatsache, dass Bäume, Blumen, Früchte und andere Lebewesen, die dieselbe Luft und dasselbe Wasser atmen, unterschiedliche Farben und Geschmacksrichtungen aufweisen, ist eine Erscheinung Seines ewigen Wunsches.

All diese Tatsachen beweisen, dass Gott auch mit diesem Attribut ausgezeich­net ist. Gott ist zu nichts verpflichtet. Er erschafft alles nach Seinem Wunsch. Er ist nicht verpflichtet, etwas zu schaffen bzw. vergehen zu lassen. Die Ver­pflichtung weist auf eine Schwäche hin, und dies würde Gott nicht zustehen.

„Dein Herr tut, was Er will.“ [Hūd, 107]


Qudra


Qudra weist auf Macht und Stärke hin. Dieses Attribut steht Gott zu, da Er über ewige und unendliche Vollkommenheit verfügt. Gott ist in der Lage, über jedes mögliche Lebewesen zu verfügen. Er vermag sie zu erschaffen bzw. wie­der zu zerstören. Seiner Macht sind keine Grenzen gesetzt. Das ganze Univer­sum ist ein offenes und starkes Zeugnis für Seine Allmacht.

Gott kann tausende Universen aus dem Nichts erschaffen und sie wieder ver­gehen lassen, denn jemand, der seinen Wunsch nicht ausführen bzw. das Er­wünschte in die Tat umsetzen kann, kann nicht Herr über das Universums sein. Gott hingegen ist zu allem fähig.

Samī'

Samī' meint die Fähigkeit, alles zu hören. Gott ist auch mit diesem Attribut ausgestattet, denn Sein Gehör ist nicht fehlerhaft und begrenzt wie das Seiner Kreaturen. Gott hört alles unmittelbar, und Er ist auch Derjenige, Der durch Mittel oder durch Mittel der Mittel hört. Er hört alles Geheime und Öffentliche, nichts bleibt Seiner Hellhörigkeit verborgen. Er hört das Gebet und die An­dacht Seiner Geschöpfe, nimmt ihre Wünsche und Gebete an und belohnt sie dafür. Ein Mensch, der sich der Tatsache bewusst ist, dass Gott ihn erhört, spricht immer nur Gutes und zitiert den Namen Gottes, lobpreist Gott und versucht, seine Worte und Taten an Gottes Wunsch zu orientieren.


Bassār


Bassār bezieht sich auf die Fähigkeit, alles zu sehen. Gott ist auch mit die­sem Attribut ausgestattet, da es Seiner Würde entspricht. Gott sieht alles oh­ne Mittel und Instrumente, aber Er sieht auch alles, was jene, die Mittel und Instrumenten dazu verwenden, nicht sehen können. Dass Er etwas sieht, ist kein Hinderungsgrund, gleichzeitig etwas anderes zu sehen, und nichts bleibt Ihm verborgen. Er sieht in den finstersten Nächten die Bewegungen der Amei­sen und sogar noch kleinerer Lebewesen und weiß über alles Bescheid. Zwei­fellos wären Sehunfähigkeit und mangelndes Wissen große Mankos für Ihn. Blinde Wesen mit solchen Schwächen sind keine Herrgötter oder Schöpfer. Gott ist frei von solchen Fehlern, da Er vollkommen ist.

Ein Mensch, dessen Herz vom Glauben erfüllt ist, ist davon überzeugt, dass Gott ihn sieht, und richtet sich danach. So berichtigt er seine Fehler und ver­sucht, unanständige Taten zu vermeiden und lebt so sündenfrei wie die Engel.

„Und fürchtet Gott und wisset, dass Gott altes sieht, was ihr tut!“ [al-Baqara, 233]


Kalām


Kalām bezeichnet ein Wort, das auf eine Definition deutet oder eine bestimmte Angelegenheit zum Ausdruck bringt. Auch dieses Attribut steht Gott zu. Sein Kalām ist frei von Buchstaben und Lauten und ist ebenso wie Er qadīm, hat also keinen Anfang.

Gott erlaubt die Übermittlung, Übertragung und Erklärung Seiner Worte an Seine Engel, wann immer Er es für richtig hält.

Die Offenbarung und Mitteilung von Angelegenheiten an Seine Propheten ist auch eine Manifestation dieses Attributs. Der gnadenreiche Koran, den wir auch als das Urewige Wort (al-Kalām al-Qadīm) bezeichnen können, wurde auf unseren Propheten herab gesandt, um den Menschen Rechtleitung zu bringen.


Takwīn


Takwīn: bedeutet das ins-Sein-Rufen und Erschaffen. Dies ist auch ein Att­ribut Gottes. Durch dieses Attribut erschafft Gott alles aus dem Nichts und lässt es wieder vergehen.

Das Erschaffen der Welten, der Geschöpfe und des Lebens und die Unterhal­tung dieser Kreaturen, ihre Überführung in eine andere Dimension sind im­mer Manifestationen dieses Attributs.

„Wenn Er etwas will, sagt Er einfach „sei ", und es wird.“ [Yasin, 82]


Zusammenfassung

 
Am Ende dieses Kapitels möchten wir unsere Ausführungen über die Attri­bute Gottes resümieren und betonen, dass die Existenz und Einheit Gottes, Seine Stärke und Sein Potenzial, Seine Anfangs- und Endlosigkeit und Seine anderen erhabenen Attribute ganz offenkundig sind. Es besteht einfach keine Möglichkeit, sie zu leugnen oder abzulehnen, wenn man genügend darüber nachdenkt.

Wir denken einmal nach: Die Naturwissenschaften postulieren, dass über­haupt nichts aus sich selbst heraus in Erscheinung treten oder sich selbst konzipieren kann. Wir beobachten aber Millionen leuchtender Sterne, die ro­tieren und dann stehen bleiben. Kann man nach all diesen Fakten eigentlich noch an der Existenz eines ewigen und unvergänglichen Gottes rütteln?

Es ist uns ebenfalls bewusst, dass ein Wesen ohne Potenzial und Willen nicht schöne und unübertreffliche Werke vollbringen kann, die einem bestimmten Ziel und Zweck untergeordnet sind. Umgekehrt aber stellen wir immer dann, wenn wir das Universum erforschen, fest, dass alles einem bestimmten Ziel und Zweck, einer göttlichen Regelmäßigkeit unterliegen. Vom Kleinsten bis zum Größten - nichts kann durch Zufall entstanden sein; es versteht von sich selbst, dass sie nicht umsonst erschaffen wurden. An allen Wesen beobachtet man ein künstlerisches und gestalterisches Werk, die Manifestation eines starken Willens und der Entschlossenheit.

Wer wagt zu behaupten, dass all diese Kunstwerke keines ewigen Schöpfers bedürfen, Der über nötiges Wissen, Können und Weisheit verfügt?

Wenden wir uns nun vom äußeren Universum unseren Körpern und Sinnes­wahrnehmungen zu. Zeugt nicht jedes Glied und jede Zelle unserer Körper, alle Gefühle und Gedanken und unserer Gewissen von der Existenz des erha­benen Gottes, Der uns versorgt?

Es besteht kein Zweifel daran, dass niemandem der Glaube an Gott und der Gedanke an die Existenz eines Schöpfers fehlen darf, solange er das Gefühl seiner eigenen Existenz und sein Verantwortungsgefühl für sich behält.

„Gibt es einen Schöpfer außer Gott, Der euch von Himmel und Erde versorgt?“ [Fātir, 3]

 

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